Ultraschall der Säuglingshüfte
Was wird bei der U3-Vorsorgeuntersuchung beim Orthopäden untersucht?
Das Hüftgelenk besteht aus der Hüftgelenkspfanne und dem Hüftkopf. Idealerweise sind die beiden Gelenkpartner exakt passend zueinander geformt und der Hüftkopf wird von der Hüftpfanne vollständig überdacht.
Im Gegensatz zum Hüftgelenk des Erwachsenen ist der kindliche Hüftgelenk (Kopf und Pfanne) noch nicht verknöchert, sondern besteht aus weichem Knorpel, der form- und behandelbar ist.
Bei der Hüftdysplasie ist die Hüftpfanne nicht ausreichend entwickelt. Sie ist zu steil und zu klein angelegt. Der knorpelige Hüftkopf hat keinen idealen Halt und rutscht im Extremfall aus der Pfanne heraus (Hüftluxation). Wird dieses Ereignis zu spät bemerkt, kommt es zu einer erheblichen Schädigung des erkrankten Hüftgelenkes. Minderbelastbarkeit und hinkendes Gangbild bis hin zum frühzeitigen Verschleiß des Hüftgelenkes sind die Folgen.
Die Dysplasie (Fehlentwicklung) der Hüfte gehört zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen des Skelettsystems. Sie wird in Deutschland bei 2 – 4% aller Geburten beobachtet. Risikofaktoren sind neben einer familiären Belastung die Beckenendlage bei Geburt.
Die frühzeitige Diagnose und Behandlung ermöglicht in den meisten Fällen eine komplette Nachreifung der Pfanne und damit eine Ausheilung der Hüftgelenkerkrankung.
Bis vor einigen Jahren war die Hüftdysplasie nur durch Röntgenuntersuchungen sicher, aber erst relativ spät festzustellen. Diese bedeutete neben der Strahlenbelastung und aufgrund der späten Feststellung eine nur noch eingeschränkte Behandlungsmöglichkeit.
Vor mehr als 20 Jahren hat Herr Univ. Prof. Dr. Graf die Ultraschalldiagnostik der Säuglingshüften entwickelt und als Vorsorgeuntersuchung etabliert.
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Die Methode „nach Graf“ erlaubt aufgrund seiner definierten Untersuchungstechnik Hüftgelenke verlässlich darzustellen, auszumessen und zu beurteilen.
Das Verfahren ist nicht nur geeignet die Hüftsituation zu diagnostizieren, sondern auch entsprechend der Meßergebnisse spezifische Therapien zu veranlassen und den Therapieverlauf zu kontrollieren.
Bei der Vorsorgeuntersuchung U3 wird der Ultraschall der Säuglingshüften routinemäßig durchgeführt.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Die Untersuchung erfolgt im Rahmen der U3-Vorsorgeunteruchung zwischen der 6. – 8. Lebenswoche. Bei bestehenden Risikofaktoren (z.B. Beckenendlage, …) früher, meist bereits im Rahmen der U2.
Je früher Sie sich bei uns melden, desto mehr Terminplätze zur Ultraschalluntersuchung Ihres Säuglinges stehen für Sie und Ihrem Kind zu Verfügung.
Telefonisch erreichen Sie uns unter der Telefonnummer: 0651-43103.
Der Säugling wird dazu in Seitenlage in eine spezielle Schiene gelegt und zuerst rechts, dann links untersucht („geschallt“) (siehe Bild oben).
Die Ultraschalluntersuchung ist strahlenfrei, schmerzlos und stellt heutzutage eine Standarduntersuchung dar.
Fallen Kosten für mich an?
Die Leistung der Ultraschalluntersuchung werden im Zeitfenster der U3 (6.-8- Lebenswoche) wird von der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung übernommen. Erfolgen die Untersuchungen außerhalb dieses Zeitfensters, fallen bei gesetzlich Versicherten Kosten an (30 Euro).
Weiterführende Informationen:
- Elterninformation über Hüftdysplasie www.kinderhueftdysplasie.de
- Spreizkinderwagen und Spreizkindersitze www.sotev.com